Der schöne Heinrich Songtext
von Georg Kreisler

Der schöne Heinrich Songtext

Ich bin ein gerechter
Durchschnittlich echter
Wiener –
Gschamster Diener!
Verdien bei der Firma
Freundin heißt Irma
Lehmann –
Die wohnt nehman

Und das ist der springende
Punkt, als ich ging in de
Firma
War Irma
Mir gut
Doch das Wohlwollen endete
Denn Irma wendete
Sich ab
Und ich hab
A Wut


Soll ich nun erläutern
Woher das Meutern
Irmas?
Na, probier'mas
Sie ist nicht von Sinnen
Noch tut sie spinnen
Sondern
Sie hat an Ondern

Doch den Ondern, den hat nicht nur sie
Den hat auch die Valenzia und die Marie
Die Lucie, die Lizzi, die Helga, die Helen –
Alle finden ihn ausgesprochen schön

Ausgesprochen schöner Heinrich
Der die Liebe entfacht
Ausgesprochen schöner Heinrich
Sag mir, wie man das macht!

Frauen lechzen nach dir
Frauen krächzen nach dir
Frauen frieren für dich
Funktionieren für dich
Oh, sie flattern für dich
Kriegen Blattern für dich
Und so ein lebender
Busen wird bebender...

Ausgesprochen schöner Heinrich
Gib's Geheimnis mir preis
Wie es kommt, dass die Frauen
Dich so schrecklich lieben
Aber du bleibst wie Eis

Die Irma kann lüstern
Immer nur flüstern:
„Heinzi“
Und dann weint sie
Dann geht sie sich kämmen
Bleich wie ein Emmen-
Taler
Ein ovaler

Von den Konkurrentinnen
Sagt sie, sie gönnt ihnen
Allen
Normalen
Gebrauch
Und dann schießt se auf Valenzia
Der Helga, der rennt si a-
N Degen
Ganz schräg'n
Den Bauch

Es sucht sein Gefolge
Im Alkohol Ge-
Nesung
Und Erlösung
„Erst wenn ich an Wein riech
Kann ich von Heinrich
Lassen!“
Schrein die Massen

Und sie umgeben ihn Tag und Nacht
Was glaubn Sie, was da der Heinrich macht?
Er behandelt sie äußerst souverän –
Schließlich ist er ja ausgesprochen schön!

Ausgesprochen schöner Heinrich
Der nicht eine erhört
Ausgesprochen schöner Heinrich
Sag mir, ob dich das stört!

Frauen parken für dich
Sammeln Marken für dich
Waschen Wäsche für dich
Fangen Frösche für dich
Tragen Brillen für dich
Schlucken Pillen für dich
Sagst du: „An Sohn möcht ich“
Wer'n alle ohnmächtich

Ausgesprochen schöner Heinrich
Ach erklärs mir genau
Wie es kommt, dass du alle Fraun besitzen könntest
Und besitzt keine Frau

Ich möchte gern wissen
Ob sie sich zum Küssen
Bei dir an die Wand stellen
Und unglücklich anstellen
In Reihe und Glied und dort abwarten
Bis du zu küssen geruhst

Es tät mich intressieren
Ob du beim Soupieren
Die Suppe nie schlürftest
Und ob du es dürftest
Und was sie dann täten
Im Fall, dass du's tust

Frauen boxen für dich
Melken Ochsen für dich
Backen Torten für dich
Spar'n mit Worten für dich
Fälschen Pässe für dich
Krieg'n Abszesse für dich

Für dich sieht man pünklich sie zu einem Rendezvous pilgern
Für dich wähln sie von zwei Hüten am Ende den billgern
Für dich wissen sie auch beim Fußball genau was Abseits ist
Und willst du zu Fuß gehen, so fragen sie niemals, wie weit's ist

Sie ermutigen dich noch zu Poker und Schnaps und Zigarren
Und bekennen dir frei, von Finanzen verstehn sie an Schmarren
Und nur in den seltensten Fällen erzähln sie dir Witze
Und hast du ein Taschentuch, bleibt es in deinem Besitze

Für dich sind sie vollkommen desinteressiert an Mode oder Karrier
Für dich wird auch niemals ein Handschuh verlor'n im Theater am Abend vorher
Für dich gibts nie Winter im Kitzbühl, höchstens die Dämmerung
Am Semmerung
Und hast du vergessen, das Bad abzudrehn und der Fußboden schwimmt
Sagen sie höchstens zu dir: „Ach du Armer hast soviel im Kopf
Und jetzt ist Überschwemmerung!“

Und sie scheuern für dich
Zahlen Steuern für dich
Kaufen Hosen für dich
Züchten Rosen für dich
Sie verbluten für dich
Schieben Valuten für dich

Ja, vom Amalien-
Bad bis Italien
Ruft man: „O, du schöner Heinrich
Schöner Heinrich, komm doch bitte zu mir!“

Ein Männlein steht im Walde ganz ohne Grund
Es hat vor lauter Ärger ein Schloss vorm Mund
Das Männlein blickt ganz stier
Und schreibt auf ein Papier
„Heinrich, mir graut vor dir!“

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