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Ernte Songtext
von Klamm

Ernte Songtext

Stramm, gramgeschnürte Kehle - stumm, gebrochen, alt
Aufgeraute Schwielen tragen Korn klamm und kalt
Ein Kummergestrüpp in den staubigen Speicher
Halbvoll nur, halbleer noch. Erschöpft, doch nicht reicher

Gestern noch ein König, sieh, wie tief er doch fiel!
Zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel

Entkräftet lasse ich mich in Träume geleiten...


Grimmig versenke ich meine schwarzen Fänge unbarmherzig mit stählerner Kieferstrenge
Im wehrlosesten Wild von taufrischen Wiesen
Starre in randlose, zitternde Pupillen
Welch Tollrausch als Blut und Bewusstsein entfließen!
Roh rupfe (Zupfe) ich das Fleisch - nur nach meinem Willen!

Gestern noch ein König, sieh, wie tief er doch fiel!
Zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel

Nüchtern, jäh erwacht - aus zerflossenen Zeiten...

Tot ist die Hoffnung nicht, zerschlissen, in Fetzen
Weißt Du denn nicht mehr: Um Stärke freizusetzen
Schlinge und malme nicht, mahle mit Bedacht
Schon der kleinste Funke hat ein Feuer entfacht!

Du weises Gran, oh kleinste Kapsel der Einsicht!
Die Süßigkeit erschließt sich dem Hastigen nicht
Die Frucht, ihren Wert muss man müh′voll aufzwingen
Mit Körper, Willen, seinen Dämonen ringen


Losgelöst, erkenne gewaltige Weiten!

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